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Warum habe ich mich für Open Source wie Joomla, Leaflet oder OpenStreetMap entschieden?

Manchmal träume ich. Gestern habe ich mir vorgestellt, was wäre, wenn jeder sich das, was er braucht, einfach nehmen könnte. Das geht natürlich nicht. Materielle Dinge sind begrenzt. Sicherlich wäre sehr schnell alles aufgebraucht. Aber Moment, bei Software ist das anders! Ein Programmcode, der einmal entwickelt wurde, kann ohne nennenswerte Mehrkosten unendlich oft kopiert werden.

Freie Software und Open Source

Was wäre, wenn Software jedem Menschen frei zugänglich wäre und jeder die Software nach seinen Bedürfnissen weiterentwickeln und weitergeben könnte? Das ist das, was man Freie Software nennt. Das gibt es also schon. Open Source geht noch einen Schritt weiter! In Abgrenzung zur Freien Software stellen die Fürsprecher von Open Source den praktischen Nutzen in den Vordergrund. Man möchte nicht polarisieren und die Welt in Gut und Böse teilen.

Open Source beschreibt eine Win-win-Situation. Oft haben mehrere Unternehmen gleiche Anforderungen. Warum soll jedes Unternehmen das Rad neu erfinden und seine eigene Software entwickeln. Es reicht doch aus, die Software einmal zu erstellen. Dann kann man sie ohne nennenswerte Mehrkosten beliebig oft verwenden. So können die Unternehmen sich die Kosten für die Entwicklung teilen. Das hört sich gut. Und das ist es auch.

Open-Source bedeutet aber nicht, wie häufig angenommen, das alles erlaubt ist. Es gibt Bedingungen, die an die Nutzung geknüpft sind. Der Quelltext jeder Open Source Software wird unter eine Lizenz gestellt, die die Regeln genau festlegen. Auf diese Lizenzen komme ich später noch einmal zurück. Schauen wir uns aber zunächst einmal das Gegenteil von Open Source an.

Gegenentwurf zu Open Source Software

Der Gegenentwurf zur Freien Software oder zu Open Source ist die proprietäre Software – die unfreie Software. Im Falle von proprietärer Software gibt es einen Herrscher. Dies ist in der Regel der Hersteller der proprietären Software. Er erstellt den Programmcode so, dass dieser für Dritte nicht zugänglich ist. Findet man später Fehler in der Software oder möchte man die Software um eine Funktion erweitern, dann ist man vom Hersteller abhängig.

Ich habe mich für Open Source entschieden, weil ich nicht abhängig von einem Hersteller sein möchte. Die Freiheit und Unabhängigkeit, die Open Source bietet, ist der entscheidende Vorteil dieses Modells für mich. Jeder Mensch, der über Programmierkenntnisse verfügt, kann Open Source Software weiterentwickeln oder korrigieren.

Fragen und Antworten zu Open Source

Wie wird Open Source Software entwickelt?

Meist gibt es eine Community von Entwicklern, die sich mit der Software verbunden fühlen. In der Regel helfen diese Entwickler gerne andern neuen Nutzern bei kleineren Fragestellungen. Sie tun dies nicht, weil sie dafür bezahlt werden, sondern weil sie ihr Programm gut finden und möchten, dass es genutzt wird. Die Community ist eine, meist lose, Kooperationen von Entwicklerinnen und Entwicklern. Sie trifft sich in der Regel auf einer gemeinsamen Plattform im Internet. Hier wird zusammen programmiert, diskutiert und getestet. Für viele ist das Gefühl mit Gleichgesinnten zusammen an etwas Großem zu arbeiten eine starke Motivation. Manche machen das in ihrer Freizeit. Andere verdienen aber auch ihr Geld damit. Oft sind dies - so wie ich - Freiberufler, die man über ihr Unternehmen beauftragen kann.

Was passiert wenn etwas schief geht? Gibt es Garantien?

Wer zahlt, wenn eine Website, die mit einem Open Source Content Management wie Joomla erstellt wurde, aufgrund eines Programmfehlers ausfällt?
Die schlechte Nachricht: Gewährleistungsansprüche sind im Open Source Bereich in der Regel ausgeschlossen.
Aber: Die Entwickler bei Open Source Projekt wie Joomla, Leaflet oder Openstreetmap, bei denen sehr viele aktiv mitarbeiten, finden und beheben Fehler meist sehr schnell. Schon allein im eigenen Interesse. Die aktiven Mitglieder eines Open Source Projektes nutzen die Software meist selbst!

Ist Open Source kostenlos?

Jein. Für die Software an sich müssen sie keine Gebühren zahlen. Oft ist es aber so, dass bestimmte Kenntnisse vonnöten sind. Insbesondere dann, wenn man individuelle Ansprüche hat. Diese Kenntnisse könnten Sie sich selbst aneignen. Dafür müssten Sie Zeit investieren. Wenn Sie wenig Zeit haben, werden Sie vielleicht jemanden beauftragen, der sich diese Kenntnisse bereits angeeignet hat. Einen Dienstleister wie mich. Ich helfen Ihnen gern, stelle aber dann auch meine Arbeitszeit in Rechnung.

Welche Open-Source-Lizenzen gibt es?

Der Dschungel der Open Source Lizenzen sieht auf den ersten Blick recht kompliziert aus. Die Open-Source-Lizenzen regeln die Urheber- und Nutzungsrechte an der Open Source Software. Sie legen somit fest, was ein Anwender mit der Software machen darf. Konkret bedeutet dies: Es wird geregelt, wie ein Anwender die Open Source Software

  • nutzen darf,
  • ob er sie ändern darf und
  • unter welchen Voraussetzungen er sie weitergeben darf.

Alle Lizenzen haben folgende Gemeinsamkeit:  Jeder darf die Software für beliebige Zwecke verwenden und an andere weitergeben. Jeder kann herausfinden, wie die Software aufgebaut ist. Dadurch sind Benutzer in der Lage, die Software zu verändern, zu verbessern und diese Änderungen zu veröffentlichen.

Im Wesentlichen unterscheiden sich die Lizenzen in der Auslegung des sogenannten Copyleft.

Das Copyleft regelt, wie die Software bearbeitet und weitergegeben werden darf. Lizenzen mit starkem Copyleft erlauben das Bearbeiten der Software nur dann, wenn Änderungen und Weiterentwicklungen unter der gleichen Lizenz stehen wie das Ausgangsprodukt. In der Praxis haben sich folgende Variationen des Copyleft herausgebildet.

  • Starkes Copyleft:
    Der Lizenztext verbietet jegliche Nutzung zusammen mit einer proprietären Software.
  • Schwaches Copyleft:
    Der Lizenztext erlaubt eine Verbindung mit einer proprietären Software. Eigen-Entwicklungen, die auf der Open Source Software aufbauen, dürfen als proprietäre Software weitergegeben werden.
  • Kein Copyleft:
    Der Lizenztext macht keine Vorgaben.

 

Lizenz mit starkem Copyleft:

 

Lizenzen mit schwachem Copyleft:

 

Lizenzen ohne Copyleft:

 

Lizenz mit starkem Copyleft für Daten und Datenbanken:

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